GFK 20150625 5354Die Kleingartenanlage (KGA) liegt in der Niederung zwischen der Luppe und der Weißen Elster auf einer Fläche von ca. 7,14 ha mit 180 Parzellen und wurde 1978 errichtet. Mit diesen "technischen Daten" und weiteren interessanten Details begrüßte der Vorsitzende des KGV "Am Marienweg", Michael Dassow, die Mitglieder der Garten-Fachkommission (GFK) am 25. Juni 2015 gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Peggy Kranz und Matthias Lamm sowie der Gartenfachberaterin Monika Hinkefuß.

Beim Betreten der KGA rückt die große Vereinswiese mit der über 200 Jahre alten, imposanten Eiche ins Blickfeld. Den Rand der Wiese gegenüber dem Haupteingang begrenzt eine Voliere und daneben ist eine Bonsaizucht zu sehen.

SLK-Foto: Ein Rosenfreund im Verein

GFK 20150625 5346Ein Kleingärtner befasst sich sehr intensiv mit Rosen, so dass viele Besucher der KGA staunend vor der Parzelle innehalten. Nach diesen einleitenden Worten nahmen die Mitglieder der GFK die 37 Jahre alte Anlage mit den breiten Hauptwegen in Augenschein. Die Rabatten werden von den anliegenden Pächtern gepflegt und mit in die zu leistenden Gemeinschaftsstunden einberechnet.

Schon beim Abschreiten des Wegenetzes fiel auf, dass es beim Baumschnitt allgemein Nachholebedarf gibt. Besonders die hohen Süßkirschenbäume seien anlagetypisch, stellte Fachmann Ralf Hesse fest und bot an, für die Kleingärtner einen Vortrag zum richtigen Schnitt der Obstgehölze zu halten.

SLK-Foto: Ausladendes Geäst eines Kirschbaumes

 

GFK 20150625 5321Als Alternative bietet sich an, zukünftig auf niederstämmige Obstgehölze zu setzen, die wesentlich besser zu handhaben sind, besonders für die reiferen Jahrgänge unter den Kleingärtnern.

Vorbildlich gepflegten Parzellen stehen auch in dieser KGA weniger sachgerecht betriebene Gärten gegenüber. Leider gibt es auch hier "sogenannte Gartenfreunde", die es nicht sonderlich genau nehmen und dem Vorstand zusätzliche Arbeit aufhalsen mit unnötiger Zeitvergeudung. In einem der Fälle ist der bauliche Zustand der Laube so desolat, dass sich in der Dachkonstruktion Waschbären eingenistet haben, die des nachts "Ausflüge" in die KGA unternehmen.

SLK-Foto: Öffnung am Dach zur Waschbärenunterkunft

GFK 20150625 5357Nach der Begehung rückten die Teilnehmer im Vereinsbungalow ein. Der Leiter der GFK Olaf Weidling, der diese Anlage sehr gut kennt und mit ihr auch einige der älteren Pächter, bat die versammelte Runde um Einschätzungen. Merfach genannt wurden die vorhandenen Wald- und Parkbäume, die perspektivisch zu entfernen sind. Auch der Gemüseanbau ist zu verbessern. Statt Zäune sind Hecken die Begrenzungen zu den Nachbarn und den Wegen. Auf die Schwierigkeit, diese in Ordnung zu halten, verwies Rainer Proksch. Vielfach wächst u.a. Holunder in die Hecken und zerstört diese auch im Wurzelgeflecht. Die Hecken sind ebenso nicht einheitlich auf vorgeschriebener Höhe. Gar nicht in eine Parzelle gehört ein Mammutbaum; 2015 ist er noch ein Winzling.

SLK-Foto: Mammutbaum - noch in kleiner Ausführung

GFK 20150625 5349Auch die beiden Fachleute der GFK für die "Helfer der Kleingärtner" kamen zu Wort. Klaus Rost, Leiter der Vogelschutzlehrstätte, stellte fest, dass es mehr Nisthilfen geben könnte, war jedoch erfreut zu hören, dass im Verein ein Vogelwart aktiv ist. Volker Herrmann resümierte, dass es für Wildbienen, Hummeln und Co. kaum Zielpunkte gibt. Ergo: Auch die Zahl der Insektenunterkünfte könnte zunehmen. Die Mitglieder der GFK schätzten ein, dass die Anlage einen ordentlichen Gesamteindruck hinterläßt. Zum Schluss merkte Vorsitzender Michael Dassow an, dass es keinen Leerstand gibt und dass zahlreiche junge Leute eine Parzelle gepachtet haben und diese akribisch bewirtschaften. Aus seinen bisherigen Erfahrungen im laufenden Jahr heraus, muss er besonders einigen Studenten Anerkennung zollen, die binnen kurzer Frist aus einer Wildnis wirklich etwas Vorzeigbares geschaffen haben. Olaf Weidling bedankte sich beim Vorstand für den freundlichen Empfang und wünschte viel Energie für die Lösung der bevorstehenden Aufgaben.

SLK-Foto: Vor Monaten noch ein Chaos - von Studenten wieder "rückgeführt" zu einem Garten

Lothar Kurth