2014 07 Kermesbeere 0279Bei den Begehungen in den verschiedenen Kleingartenanlagen fallen uns immer öfter größere buschig-strauchige Pflanzen mit kolbenähnlichen Fruchtständen auf, deren einzelnen Beeren im Aussehen einer kleinen Brombeere ähneln: die Kermesbeere (Phytolacca acinosa)Dadurch, dass sie ihren Standort häufig in Zaunnähe haben, verleiten sie oft Kinder daran zu naschen.

Aber VORSICHT ! Alle Pflanzenteile der Kermesbeere, vor allem die Wurzeln und Samen (Früchte), enthalten toxische (giftige) Wirkstoffe. Bei Erwachsenen gilt zwar eine Menge bis zu zehn Beeren als harmlos, kann aber trotzdem zu Übelkeit und Erbrechen und Durchfall führen.

Foto: Klaus Rost - Mitglied Garten-Fachkommission des SLK

Meist kommen diese Pflanzen ohne unser Zutun in unserem Garten vor und das noch an Stellen, wo wir sie bestimmt nicht hingepflanzt hätten. Die Früchte dienen im Herbst und Winter zahlreichen Vögeln als Nahrungsquelle, die dann die unverdauten Samen über ihren Kot ausscheiden und weit verbreiten. Und bekanntlich rasten Vögel ab und an auf unseren Zäunen und scheiden dabei die unverdauten Samen aus, welche dann als Frostkeimer zwangsläufig in der Nähe des Zaunes keimen.

Bei der Kermesbeere handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze, die in milden Lagen unbeschadet den Winter übersteht. Auch wenn diese Staude als Solitärpflanze schön anzusehen ist, sollten wir sie unbedingt aus unseren Gärten verbannen!

Klaus Rost - Leiter der Vogelschutzlehrstätte (VSL) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK)