2014 2124 GFKDem Europa-Rosarium in Sangerhausen statteten die Mitglieder der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) einen Besuch ab. Der Zeitpunkt mit dem 26. Juni war auch richtig gewählt, denn die Gartenfreunde erwartete eine Farbenpracht.

Der Abstecher ins Sachsen-Anhaltinische ist Bestandteil des Jahresprogramms der Fachgruppe, mit dem Ziel einer fachlichen Weiterbildung. Zur Unterstützung dazu empfing die GFK-Mitglieder am Eingang Hartmut Auhl, ein Kenner des ca. 15 ha großen Terrains und des "unerschöpflichen Reiches der Rosen".

SLK-Foto: Hartmut Auhl (r.) erläutert anschaulich bis ins Detail

2014 2096 Rosarium-EingangBei angenehmer "Wanderwitterung" begrüßte Hartmut Auhl die Gartenfreunde und achtete nebenbei auch darauf, dass sich die angemeldete Gruppe nicht "vergrößerte". Ca. 2,5 Stunden nahm sich der Fachmann Zeit, um die Leipziger durch das weitläufige Terrain zu führen. Das Europa-Rosarium Sangerhausen ist die größte Rosensammlung der Welt.

Täglich kommen von allen Kontinenten Anfragen zu den Arten. Seit der Antike wurden rund 30.000 Rosensorten gezählt, von denen aber auch etliche nicht mehr existieren. Die Vielzahl erklärt sich mit den Zuchtversuchen weltweit.

SLK-Foto: Haupteingang ins Rosarium Sangerhausen

2014 2140 blackSehr häufig spielen Zufall und Glück eine Rolle, um das Gewünschte zu erhalten. Aufgrund der Erbanlagen ist nicht vorhersehbar, welche Gene dominant werden. Der Experte berichtete, dass bei Kreuzungen bis 5 Millionen Sämlinge ausgebracht werden, von denen dann eine Anzahl übrig bleibt, die man an zwei Händen abzählen kann.

Z.B. sind die heutigen Edelrosen aus einer Kreuzung von europäischen mit chinesischen Arten hervorgegangen, um die Farbe gelb zu erhalten. Ein besonderer "Hingucker" sind immer wieder die schwarzen Rosen (r.).

Der Rundgang-Führer behandelte auch das Thema des Frostschutzes. Er erläuterte anschaulich, wie man hochstämmige Arten vor den Unbilden des Winters abschirmt. Dazu werden die Stängel gebogen, jedoch immer nur in eine Richtung (Memory-Effekt), und an zwei Hölzern über Kreuz befestigt sowie angehäufelt.

2014 2143 StacheldrahtroseZu bestaunen gab es auch die Stacheldrahtrose, mit der man siche keine Bekanntschaft machen möchte. Für einige der Gartenfreunde war dieses Gewächs Neuland (l.).

Beim Rundgang kam auch das Gespräch auf den fachgerechten Schnitt der Rosen. So ist u.a. darauf zu achten, dass das Mark weiß ist und bei der Rindenfleckenkrankheit alles radikal wegzuschneiden ist.

Interessant war auch die beiläufige Feststellung, dass auf dem Terrain die hochstämmigen Rosen an den Stäben mit Weidengerten zur Halterung verbunden sind und nicht mit Materialien, die nicht aus der Natur sind.

2014 2126 Rose InsektDie Themen Düngung, Boden und tierische Schädlinge kamen auch zur Sprache. Hartmut Auhl erläuterte, dass zwei Düngungen der Beete im Jahr anstehen (das zweite Mal spätestens Ende Juli).

Der Behandlung des Bodens wird besonderes Augenmerk geschenkt. Dazu werden auch Versuche zur Bodenmüdigkeit durchgeführt. Es wurden fünf verschiedene Versuchsflächen für vorbeugende Maßnahmen angelegt. Dabei kommt eine Kombination von Antagonisten zur Bodenmüdigkeit aus Bodenaktivatoren, positiv wirkenden Pilzpräparaten und positiv wirkenden Bodenbakterien zur Anwendung.

SLK-Foto: Rose mit Insekt

2014 2149 Libanon-ZederBei der Bekämpfung von Mehltau braucht man nicht unbedingt auf handelsübliche Mittel zuzugreifen. Besser ist, man verdünnt Milch im Verhältnis 1:5 und behandelt so die befallenen Bereiche.

Das Rosarium Sangerhausen hat neben den Rosen auch einen beachtlichen und vielfältigen Baumbestand aufzuweisen, bei dem die Fachberater ins Staunen kamen (l.). Nach der ausgedehnten Begehung verabschiedete sich der exzellente Führer mit einem Gedicht und Ralf Hesse, Leiter des GFK, dankte Hartmut Auhl für die ausführlichen und höchst wissenwerten Erläuterungen im Namen aller Teilnehmer. 

SLK-Foto: Libanon-Zeder

Lothar Kurth