GFK 20130829 01In der ältesten Lindenauer Kleingartenanlage begrüßte Wolfram Schotte die Mitglieder der Garten-Fachkommission (GFK) des SLK, unter ihnen Landesgartenfachberater Johannes Kube. Der Gastgeber überreichte jedem eine Chronik "125 Jahre Schreberverein "Leipzig-Lindenau" des 1888 gegründeten Vereins.

Bevor es auf die obligatorische Runde durch die Anlage ging, informierte Johannes Kube, dass im Juli 2013 das novellierte Sächsische Naturschutzgesetz in Kraft getreten ist. Im Vorfeld hatten sich die GFK-Mitglieder auf Wunsch des Vorsitzenden des SLK Robby Müller mit dem Gesetzestext befaßt, um Schnittstellen mit Konsequenzen zu den Regularien im Kleingartenwesen zu eroiren. Es wurde recht lebhaft debattiert.

SLK-Fotos: Die Mitglieder der GFK erörtern den neuen Gesetzestext

GFK 20130829 05Wolfram Schotte erläuterte zu Beginn der Begehung den Aufbau der Anlage, die aus zwei Teilen, geteilt durch die Friesenstraße, besteht und 249 Parzellen auf 6,41 ha Fläche aufweist. Wie überall, so liegen auch hier Licht (l.) und Schatten dicht beeinander. Im ersten Gang entdeckten die Fachleute am Zaun eines Gartens den Birnengitterrost.

Die Fachberater nahmen sich reichlich Zeit und an mehreren Kleingärten wurde ausgiebig diskutiert und Gesehenes notiert. Nach dem Rundgang nahmen die Teilnehmer wieder gemeinsam Platz auf der Freiterrasse vor dem unter Denkmalschutz stehenden Vereinsgebäude mit der weithin geschätzten Gaststätte. 

GFK 20130829 02Ralf Hesse fasste zuerst seine Eindrücke zusammen und plädierte für einen Vortrag über den fachgerechten Baumschnitt. Nicht nur ihm fiel die hohe Rate an Korkenzieherweiden auf. Auch die zahlreichen Hecken und Koniferen sind zu hoch (Soll 1,20 m).

Dagegen wurden in den Parzellen wenige Komposter registriert und der Anbau von Obst ist ebenso unterdurchschnittlich. Häufiger Schorfbefall musste festgestellt werden und mehrfach ragen Bäume in den Weg hinein (Verkehrssicherungspflicht / r.).

An alten Stahlbeton-Zaunssäulen sind Abplatzungen sichtbar. Hier ist nur eine Erneuerung der Säule eine Lösung. Durch die Nähe zum Wald könnten mehr Nistkästen in der Anlage angebracht werden, sowohl für Höhlen- als auch für Halbhöhlenbrüter.

 

GFK 20130829 14Die vielen mediterranen Gewächse wirken sich nicht positiv auf die einheimischen Vögel und Insekten aus. Deshalb werden mehr Insektenhotels empfohlen. Perspektivisch sollte angedacht werden, einem Jungimker einen geeigneten Platz in der Anlage zu geben. Das würde unweigerlich die Erträge an Obst und Gemüse steigern.

Abschließend gab Johannes Kube, Landesgartenfachberater, vorab die Termine der Gartenakademie Pillnitz 2014 bekannt, die noch in Schriftform zugesandt werden und Ralf Hesse bedankte sich bei Wolfram Schotte für die freundliche Aufnahme in den "Friesengärten" sowie die Gastfreundschaft und wünschte im Namen aller viel Erfolg bei den anstehenden zukünftigen Aufgaben.

Lothar Kurth