• Bowling-Cup

    Große Entrümpelungsaktion in der KGA „An der Dammstraße“

  • Obstbaumschnitt

    Für Insekten und Vögel ein Ort der Idylle in der KGA „Frohe Stunde“

  • 12. Wanderung

    Eröffnung der 13. Wanderung durch Leipziger Kleingartenanlagen

  • Nistkästen am Kindertag

    Der neue Spielplatz wird von den Kindern des KGV „Goldene Höhe“ eingeweiht

  • Lothar Fritzsch bei der Software-Schulung

    Der Vizepräsident des Landesverbandes Lothar Fritzsch bei der Software-Schulung

Rodung muss nicht sein! - Stellv. Vorsitzender der Garten-Fachkommission des SLK Ralf Hesse

03 Birnengitterrost BaumViele Gartenfreunde werden jetzt sagen: "Nicht mehr!" oder "Wir haben unseren Birnenbaum gerodet!" Das ist aber eine bedauerliche Fehlentscheidung. Für diese gibt es meiner Meinung nach zwei Gründe: Unkenntnis der biologischen Entwicklung des Pilzes und Scheu vor der sachgerechten Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln.

Zur Biologie des Pilzes: Der Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) ist ein wirtswechselnder Pilz. Hauptwirte (Winterwirte) sind bestimmte Wacholderarten, vor allem der Sadebaum (Juniperus sabinae) und einige Juniperus-chinensis-Sorten.

Foto: Ralf Hesse - Typisches Schadbild des Birnengitterrosts an den Blättern eines Birnbaums

Auf der Rinde von anfälligen Wacholderpflanzen bilden sich keulen- oder spindelartige Gewebewucherungen. An diesen Wucherungen wachsen im Frühjahr gallertartige orangerote Zäpfchen von 1,0 bis 1,5 cm Länge, die ab Mitte Mai massenhaft vegetative Sporen freisetzen. Diese Sporen keimen auf den Blättern des Nebenwirtes (Sommerwirt) der Birne. Dort erfolgt die geschlechtliche Entwicklung bis zum Sommer. Die in den gitterartigen Körbchen (Blattunterseite) gebildeten Sporen werden freigesetzt und mit dem Wind verbreitet. Diese Sporen infizieren wiederum die Triebe anfälliger Wacholdersorten. Somit ist der Kreislauf im Leben des Pilzes geschlossen.Bekämpfung des Pilzes: Am Wacholder ist der Rostpilz nur mechanisch (starkes Ausschneiden oder Roden) zu bekämpfen. Da die Sporen kilometerweit fliegen, ist der Erfolg gering. Wacholder sind als Wald- und Parkbäume im Kleingarten nicht zugelassen, die Rodung daher immer lohnenswert.Bleibt uns die Bekämpfung am Birnenbaum. Übrigens, auch Nashi-Birnen (Asiatische Birne) und Quitten werden befallen, wenn auch weniger.

 Ab Frühjahr 2010 steht uns Kleingärtnern endlich mit dem Mittel "Compo Duaxo Universal Pilz-frei" ein Fungizid (Pilzbekämpfungsmittel = PSM) zur Bekämpfung des Birnengitterrostes zur Verfügung. Der Wirkstoff dieses Mittels ist Difenoconazol.Die PSM-Anwendung muss exakt nach Verpackungsanweisung erfolgen. Es darf max. viermal gespritzt werden. Erste Anwendung ab Entfaltung der ersten Blätter, in Abständen von 10 bis 14 Tagen (Abdeckung des Sporenfluges). Die Wartezeit beträgt 28 Tage (Zeit vom letzten Ausbringen bis zum Verzehr der Birnen).Der Baum ist jedes Mal tropfnass zu spritzen. Eventuell einzelne befallene Blätter sind mechanisch zu entfernen. Es ist sehr zu empfehlen, die Bäume schnittmäßig in einer bequem erreichbaren Höhe zu halten (Hohlkrone, Flachkrone). Ihr Fachberater gibt Ihnen gern Auskunft. Nach dem Blattfall im Herbst ist der Baum wieder frei vom Birnengitterrost. Abgefallenes Laub kann bedenkenlos kompostiert werden, da noch vorhandene Pilzsporen im Kompost nicht überleben.Zusammenfassend möchte ich sagen: Gesunde, ertragsfähige Birnenbäume nicht roden! Mut zur Neupflanzung bewährter und moderner Sorten (Saxoniasortiment). Die Höhe der Birnenbäume fachgerecht begrenzen! Bequem erreichbare Baumhöhe beim Baumschnitt, beim Pflanzenschutz und vor allem bei der Ernte!

O.g. PSM ist außer gegen Birnengitterrost auch zur Bekämpfung anderer Pilzkrankheiten einsetzbar: Schorf bei Apfel und Birne, Kräuselkrankheit bei Pfirsich, Aprikose, Nektarine, Mehltau bei Apfel, Birne, Zierpflanzen, Rutensterben bei Himbeeren, Sternrußtau bei Rosen, Echter Mehltau bei Gurken und noch weitere ...

Viel Erfolg wünscht Ihnen Ihr Stadtverbandsfachberater Ralf Hesse