Bodenverbesserungsmaßnahmen (organische und biologische): Als organische Substanzen werden jene Bestandteile des Bodens bezeichnet, die eines belebten Ursprungs sind. Dazu gehören lebende Pflanzenwurzeln, Bodenorganismen sowie abgestorbene und umgewandelte Reste von Tieren und Pflanzen. Die Gesamtheit dieser abgestorbenen, umgewandelten und neu synthetisierten organischen Substanzen ist unter dem Begriff Humus bekannt und ist Hauptanteil der organischen Substanz des Bodens (ca. 85 %).

Trotz ihres mineralischen Ursprungs enthalten die meisten Gartenböden deutlich mehr als 4 % Humus. Die Ursache liegt in der langjährigen Anwendung von Kompost oder anderen organischen Bodenverbesserungsmitteln.

Gründüngung: Unter diesem Begriff versteht man den Anbau bestimmter Pflanzen zum späteren Einarbeiten in den Boden. Gründünger schützen und verbessern den Boden. Ist eine Gründüngersaat reif, wird sie in die obere Bodenschicht eingearbeitet und hat die Funktion einer lebendigen Bodendecke. Im Laufe des Zersetzungsprozesses gibt sie kontinuierlich Nährstoffe für Kulturpflanzen ab.

Leguminosen (Hülsenfrüchtler), wie Bohnen, Luzerne, Wicken sowie Bitterlubinen beherbergen an ihren Wurzeln Knöllchenbakterien. Diese Bakterien binden den Stickstoff aus der Luft und wandeln ihn chemisch derart, dass er von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Von diesen Stickstoffquellen können auch nachfolgende Kulturen profitieren.

Kreuzblütler, wie Ackersenf oder Ölrettich, sind ist für kleine Gärten ein billiger und schnell wachsender Dünger. Aber Vorsicht: Nicht dort aussäen, wo später Kohl gepflanzt werden soll! Diese können Ursache dafür sein, dass sich im Boden zahlreiche Krankheitserreger ansiedeln (Kohlhernie und Nematoden).
Ölrettich wird zwischen Mai und August ausgesät und ist, wie Gelber Senf (auch Weißer Senf genannt), tiefwurzelnd und geeignet für verdichtete Böden sowie eine Nematodenfangpflanze.
Als besonders geeignet für den Gemüsegarten ist die Phazelie (Bienenweide) zu nennen, weil sie mit keiner Gemüsepflanze verwandt ist. Aussaat: Mai bis August, raschwachsend und überträgt keine Krankheiten.

Eine Mulch-Decke für den Boden aus organischem Material ist der beste Schutz gegen extreme Temperaturschwankungen, Verschlämmung, Austrocknung sowie Erosion durch Wind und Wasser. Diese ausgleichenden Wirkungen auf das Bodenmikroklima sind besonders günstig für das Bodenleben. Als Mulch-Material geeignet sind Ernterückstände, Grasschnitt, Laub, Stroh, zerkleinerte Rinde. Bei der Verwendung von gehäckseltem Holz, Stroh und Rindenmulch kann es aufgrund der mikrobiellen Ab- und Umbauprozesse dieser Stoffe zu Stickstoffmangel kommen. Deshalb ist hier eine gleichzeitige Stickstoffgabe vorteilhaft (z. B. in Form von Hornspänen oder Hornmehl).

Olaf Weidling - Gartenfachberater der Fachkommission des SLK