In erster Linie werden schwache Pflanzen von Schaderregern befallen. Demnach werden Schädlinge als Bioindikatoren für schwache Pflanzen an ungünstigen Standorten oder bei unsachgemäßer Pflege verstanden. Der Schutz beginnt daher mit der Auswahl der richtigen Sorte und dem richtigen Standort zur rechten Zeit.

Melioration (ein Begriff aus dem Bereich der Bodenkunde) ist für den passionierten Kleingärtner nicht zwingend notwendig, soll aber bei ungünstigen Standorten den Pflanzen ein angenehmes Umfeld schaffen. Es sollte jedoch gelegentlich, zumindest aller drei Jahre eine Bodenanalyse Ihres Gartenbodens durchgeführt werden. Eine geeignete Einrichtung steht im Stadtverband Leipzig der Kleingärtner (SLK) zur Verfügung. Hier werden Mangelerscheinungen des Bodens festgestellt und gezielte Vorschläge zur richtigen Düngung und damit zur Bodenverbesserung sowie vor allem zur Erhaltung und Neuansiedlung der Bodenlebewesen unterbreitet.

Artenvielfalt, Anbau von Mischkulturen, Anbau von neuen Obst- und Gemüsesorten, der Einsatz von geeigneten natürlichen Düngern, Spritzbrühen und Jauchen sind alles Möglichkeiten des biologischen Pflanzenschutzes und können ohne Bedenken eingesetzt werden. Sie sind zudem noch weniger kostenintensiv!

Der Einsatz von mineralischem Dünger sollte weitestgehend vermieden werden. Er hat zwar einen durchaus akzeptablen Erfolg bei der Fruchtbildung. Aber nur momentan. Langfristig gesehen wird genau das Gegenteil erreicht. Abtötung der wichtigen Bodenlebewesen und somit eine handfeste Störung des ökologischen Gleichgewichtes.
Die Verantwortung für die Umsetzung des biologischen Pflanzenschutzes liegt bei uns allen, bei den Vorständen der Vereine durch konsequentes Umsetzen der satzungsgemäßen Förderung von Fachberatern und der Fachberatung im Verein. Bei den Fachberatern, die aufgefordert sind, ihr erworbenes Wissen und ihre daraus resultierenden Erfahrungen an die Kleingärtner, insbesondere an die Junggärtner, weiterzugeben. Denn nicht zuletzt bedeuten die Junggärtner die Zukunft des Kleingartenwesens!

Da wird auch in Zukunft der biologische Pflanzenschutz, und nicht nur der, eine wichtige Rolle spielen. Dieser kann aber nur funktionieren, wenn auch in Zukunft eine solide Fachberatung gewährleistet ist. Auch bei den heutigen Kleingärtnern selbst, in dem Erfahrungen aufgenommen, und nicht immer als „Besserwisserei" angesehen werden.
Biologischer Planzenschutz ist ein wichtiger Bestandteil der Gartenökologie, damit auch ein nicht unverzichtbarer Bestandteil der kleingärtnerischen Nutzung und folglich auch der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit eines Kleingärtnervereins.

Gehen wir mit unserer Umwelt nicht um, als ob wir noch eine Zweite im Keller hätten. Wir haben keine, und wir werden auch keine bekommen!

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes - www.die-gartenfachberater.de