201507 Mischkultur2 www.kleingaertnerin.deIm biologischen Gartenbau ist der Begriff „Mischkultur" in aller Munde. Gemeint ist damit eine Methode des naturgemäßen Anbaues, die sich seit vielen Jahren bewährt hat. Diese Anbaustrategie steht im Gegensatz zu den Verfahren in großen Gartenbaubetrieben oder der in der Landwirtschaft weit verbreiteten Monokultur.

Warum aber macht man sich die Mühe, unterschiedliche Pflanzenarten zusammen anzubauen, immer wieder neue Kombinationen auszuprobieren, um dann die erfolgreichsten Mischkulturen beizubehalten?

Foto: www.kleingaertnerin.de - Mischkultur aus Erdbeeren, Salatherzen und Zwiebeln

 

Vieles, was für den biologischen oder naturgemäßen Gartenbau typisch ist, haben wir uns von der Natur abgeschaut. Die einzelnen Arten dieser Pflanzengesellschaften haben sich innerhalb großer Zeiträume hinsichtlich ihrer Lebensbedürfnisse aufeinander eingestellt und bilden nun eine Gemeinschaft auf der Grundlage gegenseitiger Konkurrenz um Licht und Wasser, aber auch Hilfeleistung und bestmöglicher Bodenausnutzung.

Unsere Mischkulturen im Garten werden zwar nie so ideale Gemeinschaften sein, wie diejenigen, die sich natürlicherweise zusammengefunden haben. Doch wir können von diesen Pflanzengesellschaften lernen und versuchen, unsere Nutzpflanzen im Garten ebenfalls miteinander, nebeneinander und nacheinander anzubauen, so dass sie sich im Wachstum fördern und sich gegenseitig beim Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten unterstützen. Diese gegenseitige Beeinflussung von Pflanzen wird dabei durch arteigene, insbesondere durch Wurzelausscheidungen hervor gerufen. Manche dieser Wechselbeziehungen sind so auffällig, dass sie unter Kleingärtnern hinreichend bekannt sind.

Gegenseitige Beeinflussungen bei den Gemüsepflanzen werden meist erst über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich:

  • In einem veränderten Resistenzverhalten, so dass sich die Kulturen beim Auftreten einer Pilzinfektion nicht mehr oder kaum noch anfällig für die Krankheit zeigen.
  • In einem veränderten Wasserhaushalt, so dass sich die Kulturen bei eintretender Trockenheit durch größere Überlebensfähigkeit auszeichnen.
  • In veränderter Zusammensetzung von Inhaltsstoffen in der Nahrung, die sich erst beim Verzehr durch Tier oder Mensch bemerkbar machen.

 

Erprobte „Schutz- und Trutz"-Bündnisse gegen Schädlinge:

  • Sellerie wehrt mit seinem Geruch Kohlfeinde ab. Tomaten halten ebenfalls Kohlfeinde in Grenzen.
  • Frühmöhren halten von Lauch und Zwiebeln die Lauchmotte fern (Foto unten).
  • Zwiebeln und Lauch wehren die Möhrenfliege ab (Foto unten).
  • Knoblauch schützt Erdbeeren vor Milbenbefall.
  • Salat hält Erdflöhe von jungen Kohlpflanzen und Radieschen fern. Spinat schützt ebenfalls vor Erdflöhen (Foto unten).
  • Duftgeranien halten in Gewächshäusern die Weiße Fliege ab.
  • Majoran kann Ameisen vertreiben.

 

Das sind nur einige Beispiele. Was liegt also näher, als gezielt nach Pflanzenkombinationen zu suchen, die sich positiv beeinflussen und ergänzen. Können wir doch dadurch weitestgehend auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten.

201507 Erdfloh Udo-Schmidt201507 Moehrenfliege Sarefo201507 Lauchmotte ento-csiro-auErik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes - www.die-gartenfachberater.de

Fotos v.l.n.r.:

Lauchmotte - www.ento.csiro.au

Möhrenfliege - Sarefo

Erdfloh - Udo Schmidt