201505 Light-trap Gerhard-ElsnerSchädlingsbekämpfung: Bei der Anwendung von breit wirksamen Insektiziden besteht die Gefahr, dass die natürlich vorhandenen Nützlinge geschädigt oder gar total abgetötet werden. Die Folge ist, dass sich überlebende Insekten und Raubmilben, und neu zufliegende Schädlinge ungehemmt vermehren können, weil die Gegenspieler fehlen. Verschiedene Hilfsmittel ergänzen das Ablesen von den Pflanzen und das Einsammeln der unter Brettern oder Steinen und in der Erde versteckten Insekten. Aus der Vielfalt der Methoden seien einige kurz beschrieben.

Schmetterlingsnetz: Fliegende, ausgewachsene Insekten sind meistens nur bei warmer, trockener Witterung unterwegs. Bei extremen Temperaturen, bei Nässe und Wind halten sie sich verborgen. Bestimmte Arten fliegen nur in der Dämmerung oder nachts. Um mit dem Schmetterlingsnetz Erfolg zu haben, wählt man einen schönen Tag, eventuell auch den frühen Morgen. Man streicht mit dem senkrecht gehaltenen Netz mehrmals durch die befallenen Pflanzen.

Foto: Gerhard Elsner - Lichtfalle

Lichtfallen: Für Insekten, die in der Dämmerung fliegen, stellt man blau, violett oder weiß scheinende Lichter auf. Viele Insekten sind blind für die Farben Rot und Orange. Auch dämmerungsaktive Insekten fliegen meist an warmen Abenden. Die einfachste Vorrichtung bildet eine Gaslampe, die in einer Schüssel mit Seifenwasser oder Öl steht. Die heranfliegenden Falter fallen hinein und können sich nicht wieder befreien.

Lockfallen für fliegende Insekten: Man stellt Gefäße mit süßer Flüssigkeit (Honigwasser, Sirup, Most), in der frische Hefe aufgelöst wird, auf. Baumstämme, Äste oder Brettchen kann man mit zähflüssigem Fruchtbrei, Melasse oder Honig bestreichen. Mit Leim bestrichene Tafeln locken Insekten an.

Pheromonfallen: Verschiedene Schmetterlingsweibchen locken ihre Männchen mit Sexualduftstoffen an. Die Duftstoffe einiger wichtiger Schädlingsarten, zum Beispiel des Apfelwicklers, können synthetisiert werden. Es gibt Fallen, die diese Lockstoffe enthalten. Man verwendet sie vor allem, um den Zeitpunkt und die Stärke eines Schädlingsfluges zu ermitteln.
Nematoden gehören zu den zahlenmäßig am meisten verbreiteten Tieren im Boden. Sie sind ungegliedert, ohne Skelett und spindelförmig. Ohne Lupe sind sie nicht zu erkennen. Ihre Dauerformen, die Zysten, können über Jahrzehnte hinweg lebensfähig bleiben. Die Dichte der Nematoden im Boden oder in Pflanzen kann sehr groß werden, vor allem wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Nematoden leben von Restprodukten organischer Substanz, das heißt sie wirken auch an der Humusbildung mit. Gewisse Arten befallen Pflanzen und verursachen Gewebeveränderungen. Insektenparasitäre Nematoden werden zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt. Guten Erfolg zeigt der Einsatz von Nematoden der Gattung Heterorhabditis und Steinernema carpocapsae, welche die Larven des Dickmaulrüsslers parasitieren.

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes - www.die-gartenfachberater.de