201504 Biol.PS Jungamseln 0123 E.BehrensAls Nutzorganismen bezeichnen wir (abgesehen von Haustieren) einerseits bestäubende Insekten, z.B. Bienen, die einen großen Nutzen durch Honigproduktion und Befruchtung von Obstblüten erbringen, und andererseits solche Lebewesen (sogenannte Nützlinge), die Schädlinge an unseren Kulturpflanzen vermindern.

Je mehr Nützlinge vorhanden sind, umso mehr Schädlinge können akzeptiert werden, ohne sofort zur chemischen Keule greifen zu müssen. Die Schonung dieser natürlichen Gegenspieler ist somit vorbeugender biologischer Pflanzenschutz.

Foto: Erik Behrens - Jungamseln im Nest 

Mit blühenden Pflanzen als Nektar- und Pollenspendern, durch Schaffung von Schlupfwinkeln und die Einschränkung von chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen werden die Nutzorganismen unterstützt. Wenn eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) unvermeidlich wird, sind möglichst nützlingsschonende PSM zu verwenden. Diese sind als solche gekennzeichnet, denn alle zugelassenen PSM durchlaufen eine amtliche Prüfung und müssen auch für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sein. Ist ein PSM als bienengefährlich gekennzeichnet, dürfen damit keine blühenden Pflanzen (auch keine blühenden Wildkräuter) und keine Pflanzen mit Blattlaushonigtau (wenn diese von Bienen besucht werden) behandelt werden.

Da jede Pflanze eine gewisse Anzahl an Schädlingen toleriert, können wir diese den Nützlingen als Nahrung überlassen. Erst wenn eine bestimmte Befallsstärke überschritten wird, können Schäden und damit Ernteverluste eintreten. Dies wird aber seltener der Fall sein, umso weniger, wenn genügend Nützlinge vorhanden sind.

Zu den Helfern im Garten gehören auch die Vögel, wobei sich besonders die Meisenarten während der unermüdlichen Fütterung ihrer Jungen mit der Jagd auf Schadinsekten äußerst nützlich machen. Durch Anbringen von Nistkästen, dem Anlegen einer Vogeltränke und mittels fachgerechter Winterfütterung kann praktischer Vogelschutz im Garten betrieben werden.

In größeren Kleingartenanlagen ist es auch überlegenswert, Greifvögel durch Montage von Ansitzbalken anzulocken bzw. Nisthilfen für Eulen einzurichten, die den Bestand an Mäusen in Grenzen halten.

Im naturnahen Garten lassen sich Verstecke für Igel und Wiesel einplanen (Laub-, Stein- und Reisighaufen). Sie helfen bei der Bekämpfung von Schnecken bzw. Mäusen. Sehr nützlich sind ebenfalls Spitzmäuse. Sie zählen nicht zu den Nagetieren sondern zu den Insektenfressern.

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes
www.die-gartenfachberater.de