Nicht nur tierische Schädlinge, sondern auch Unkräuter und pilzliche Erreger lassen sich mechanisch abwehren. Eine vorbeugende Maßnahme gegen Unkrautaufwuchs und z.B. bei Erdbeeren gegen Pilzbefall ist das Mulchen mit Papier, Folie sowie Rinden- oder Holzmulch. Bei Erdbeeren, Himbeeren, Salat, Buschbohnen, Kohlrabi, Kraut, Lauch und Blumen wurden durchaus positive Erfahrungen mit Holzmulch gemacht. Bei einer Mulchdicke von 3 bis 5 cm zeigte sich eine deutliche Unkrautunterdrückung bei allen Kulturen. Bei Erdbeeren ging der Botrytis-Befall auf dem trockenen Mulch gegenüber anderen Jahren deutlich zurück.

Zusätzliche Vorteile zeigten sich. So blieb bei Himbeeren der Boden unter der Mulchschicht gleichmäßig feucht. Gießen war nicht mehr notwendig. Bei Salat wurde keine Salatfäule beobachtet. Buschbohnen waren vor der Aufbringung der Mulchschicht ausgesät worden. Sie durchbrachen diese und liefen zügig auf. Durch die dunkle Bodenauflage wird der Boden wärmer, eine frühere Ernte war die Folge. Bei Zwiebeln sollte nicht gemulcht werden. Wegen der andauernden Feuchtigkeit unter der Mulchschicht kann es zu Pilzerkrankungen an den Zwiebeln kommen.

Einige Unkräuter, wie Winden, behaartes Schaumkraut, Tomatensämlinge können eine Holzmulchschicht durchstoßen. Mit schwarzen Mulchfolien gelingt die Unkrautunterdrückung noch deutlich besser. Durch das Abdecken der befallenen Fläche mit einer dicken, schwarzen Mulchfolie kann sogar die Quecke bekämpft werden! Die Folie sollte dabei um die Befallstelle herum gut in den Boden eingesenkt werden, um die Quecke an einer weiteren Ausbreitung zu hindern.

Zur Bekämpfung der Kraut- und Braunfäule an Tomaten eignet sich am besten ein Schutzdach. Es hat sich bereits erwiesen, dass ein Schutzdach zur Bekämpfung der Kraut- und Braunfäule besser geeignet ist als die Pflanzung resistenter Tomatensorten oder das häufige Spritzen von Fungiziden. Vor dem Auspflanzen wird dazu über den Tomatenpflanzen ein Regenschutz installiert. Dies sollte eine Lattenkonstruktion sein, über die eine Folie (z.B. Gitterfolie aus dem Baumarkt oder eine starke Malerfolie) gespannt wird. Die Folie ist zur Wetterseite hin tief herabzuziehen. Zu beachten ist, dass diese mindestens 50 cm über dem Boden endet. Die anderen Seiten sollten frei bleiben.

Eine gute Ventilation der Pflanzen muss gewährleistet bleiben, sonst kann auch nicht abtrocknender Tau zur Infektion führen. Beim Bewässern darf kein Wasser auf die Blätter der Pflanzen. Manche Haus- und Kleingärtner graben neben Tomatenpflanzen Blumentöpfe in die Erde ein und bewässern nur dort hinein. Im Handel sind auch Bausätze für ein Tomatenschutzdach zu erwerben. Das Pflanzen resistenter Sorten von Zier-, Obst- und Gemüsepflanzen kann aber ebenfalls als Maßnahme des vorbeugenden (biologischen) Pflanzenschutzes verstanden werden.

An dieser Stelle wurden nur einige der Möglichkeiten genannt. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Gartenfachberater im Verein und unter http://www.die-gartenfachberater.de

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes