2014-08 Biol.PS-05Zur Bekämpfung von Schädlingen sind einige biologische Verfahren bereits seit Jahrzehnten in die Praxis eingeführt. Insgesamt hat die biologische Schädlingsbekämpfung in den letzten 30 Jahren vor allem wegen ihrer Umweltfreundlichkeit und weitgehenden Unbedenklichkeit für Anwender und Verbraucher ständig an Bedeutung gewonnen. Nun ist es natürlich so, dass biologischer Pflanzenschutz eher im großflächigen Obst- und Gemüseanbau seine volle Wirkung entfalten kann. Dennoch bleiben uns Kleingärtnern noch viele Möglichkeiten des biologischen Pflanzenschutzes. 

Bei der Bekämpfung von Blattläusen zum Beispiel unterstützen uns die Florfliege, der Marienkäfer und viele andere Nutzinsekten. In dem die Larven der genannten Insekten eine große Menge an Blattläusen vertilgen. Also müssen wir nur geeignete Unterkünfte schaffen. Diese lassen sich unauffällig im Kleingarten platzieren.

Foto Erik Behrens: Insektenunterkunft an einem Brunnen

Hier möchte ich eine geeignete Unterkunft für die Insekten beschreiben bzw. vorstellen. Es ist ein einfacher Überbau für einen Brunnen in einem Kleingarten. Die Unterschlupfmöglichkeit ist am Dach zu finden, die durch eine Schilfeindeckung geschaffen wird. Unter dem Dach befindet sich ein weiteres kleines Insektenhotel in Form eines mit Stroh gefüllten kleinen Holzkastens. Noch ein paar Löcher mit dem richtigen Durchmesser in die Ziegel gebohrt und fertig ist die kleine Ausführung. Es passt in jeden Kleingarten, da es in den unterschiedlichsten Formen gestaltbar ist.

Der Marienkäfer „kleckert nicht, er klotzt". Nicht in dem Sinne, dass er ein besonders fleißiger Zeitgenosse wäre. Nein, das anscheinend so brav und bieder auf den Blättern hockende Käferchen hat's faustdick hinter den Fühlern.
Wenn Maßlosigkeit allgemein nicht unbedingt eine Tugend ist, dafür, dass der Marienkäfer sie beim Fressen an den Tag legt, sollte man ihm Respekt zollen. Zwischen 50 und 100 Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben, Wanzen und ähnliches Getier, welche der Pflanzenfreund nicht im Garten haben möchte, verspeist dieser Käfer. Das sind bis zu vier Stück pro Stunde! Für den Gärtner ist der Marienkäfer also tatsächlich ein echter Glückskäfer.

Auf den Einsatz der Giftspritze kann man daher getrost verzichten. Chemische Gifte schädigen zudem häufig auch die natürlichen Verbündeten des Gärtners, entweder direkt oder durch Entzug ihrer Nahrungsgrundlage. Übrigens, eine gesunde Pflanze kann mit einer gewissen Masse an pflanzenschädigenden Insekten umgehen!

Es gibt zudem noch viele Hausrezepte, die zur Abwehr und zur Beseitigung von Blattläusen und anderen Schadinsekten empfohlen werden. So soll man diese mit Kartoffelschalenbrühe, Zwiebelschalentee, Rhabarberblätterbrühe oder einem Auszug aus Knoblauch bereits beseitigen können. Oft wird auch empfohlen, die Pflanzen mit Brennnesselwasser zu spritzen, das aus einem Kaltwasserauszug gewonnen wurde. Zu diesem Zweck werden 1 kg Brennnesselabschnitte in 10 l Wasser angesetzt und zwölf Stunden lang stehen gelassen. Zum Ansetzen wird Kaltwasser verwendet. Anschließend wird diese Brühe unverdünnt auf die Pflanzen gespritzt. Auch Rainfarn oder Wermuttee sollen dafür geeignet sein.

Im Fachhandel gibt es Präparate, die aus natürlichen, oft pflanzlichen Stoffen aufgebaut sind. Anzuführen sind Mittel auf der Basis von Natur-Pyrethrum. Auch Mittel auf Basis von Kaliseife können dazu gezählt werden. Sollten diese Präparate nicht wirken oder ist ein größerer Schaden abzuwenden, empfiehlt der Pflanzenschutzdienst einige wenige Mittel, die vom Gartenbesitzer unter Beachtung der allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt werden dürfen. Dazu gehören derzeit beispielsweise Präparate aus Extrakten des Neembaumes.

Weitere Informationen: Internetseite für Gartenfachberater www.die-gartenfachberater.de

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes