Pflanzenschutz darf nicht erst mit dem Auftreten der Schadorganismen beginnen. Schon mit der Auswahl der Kulturen, der Sorten und der Anbaufläche fallen wichtige Entscheidungen über den langfristigen Gesundheitszustand unserer gärtnerischen Kulturpflanzen. Ein biologisch aktiver, in Struktur, Nährstoff- und Wassergehalt sowie im Säure-Base-Verhältnis pH-Wert) ausgewogener Boden schafft die Voraussetzung für wüchsige und damit weniger anfällige Pflanzen. Gleichmäßig fließende Nährstoffquellen sind zu bevorzugen.

Hier hilft vor allem auch ein gut gepflegter Kompost. Er sollte in keinem Garten fehlen. Allerdings sollten Ausläufer treibende Unkräuter, wie Quecke und Ackerwinde sowie Boden- und Pflanzenmaterial mit überdauernden Schädlingen und Krankheiten, wie Kohlfliege, Möhrenfliege und Kohlhernie, nicht auf den Kompost gegeben werden. Sie können in den Hausmüll (Biotonne) gegeben werden, weil sie die dortige Aufbereitung und Erhitzung in der Regel nicht überleben können. Vor der Entsorgung von Gehölzen, die an Feuerbrand erkrankt sind, sollte der Pflanzenschutzdienst oder das Ordnungsamt befragt werden.

Die Bodenbearbeitung dient im Allgemeinen der Bodenlockerung, der Saat- und Pflanzvorbereitung sowie der Unkrautbekämpfung. Zu häufiges Fräsen kann die Bodenstruktur erheblich verschlechtern. Eine möglichst lange Bedeckung des Bodens (z.B. durch Mulchen und Anbau von Zwischenfrüchten) verbessert das Bodenleben (z.B. Regenwürmer) in den oberen Schichten und damit die Bodenstruktur. Das Gleiche ist durch ganzjährigen Anbau von Kulturen zu erreichen.

Zur Gründüngung sollten Pflanzen verwendet werden, die in kurzer Zeit viel Pflanzenmasse produzieren, gut in den Boden einzuarbeiten sind und zur Fruchtfolge passen. So sollten beispielsweise Kreuzblütler - wie Senf und Kohl - nicht aufeinander folgen. Hülsenfrüchte sind generell vorteilhaft, weil sie bei längerer Kulturdauer zu einer Stickstoffanreicherung des Bodens durch die sie begleitenden Knöllchen-Bakterien beitragen.

Allgemein stellt ein steter Fruchtwechsel auch eine vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahme dar, es wird damit meist die Entwicklung eines Schadorganismus unterbrochen. Die Folgekultur sollte nicht zur selben Pflanzenfamilie gehören. Die gleiche Kultur sollte im nächsten Jahr möglichst weit entfernt von der vorjährigen Anbaufläche stehen. Sie darf frühestens im dritten Jahr auf derselben Fläche wiederkehren. Bei Kohlhernie-Befall ist eine mindestens 4-jährige und bei einem Befall mit Erdbeer-Wurzelnematoden eine 8-jährige Anbaupause erforderlich.

Einige für den Garten wichtige Pflanzenfamilien sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

  • Doldenblütler:             Möhre, Sellerie, Petersilie, Fenchel, Dill
  • Gänsefußgewächse:  Spinat, Mangold, Rote Bete (Rote Rübe)
  • Hülsenfrüchte:            Busch- und Stangenbohne, Dicke Bohne, Erbse, Lupine
  • Korbblütler:                Salat, Endivie, Schwarzwurzel
  • Kreuzblütler:               Kohl, Radies, Rettich, Rucola,
  • Kürbisgewächse:        Gurke, Kürbis, Melone, Zuccini

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite für die Gartenfachbeater unter www.die-gartenfachberater.de.

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes