Liebe Gartenfreunde, häufiges Überbrausen der Pflanzen fördert nur den Befall durch Pilzkrankheiten und führt zur Verkrustung des Bodens. Die Pflanzen sollten möglichst rasch abtrocknen, weshalb Spritzen am Abend eher ungünstig ist. Gründliches Wässern am Morgen mit nachfolgendem leichtem Hacken und Abdecken mit einer dünnen Mulchschicht sorgt für einen ausgeglichenen Wasservorrat und verhindert die Verkrustung. Wird nur gehackt, sollte das vor allem abends geschehen, damit die Abendfeuchte besser in den Boden eindringen kann.

Neben den üblichen Pflegemaßnahmen fördern Saatbäder das rasche Keimen des Samens. Auch Kräuterjauchegaben und Pflegespritzungen aus Kräutern wirken sich günstig auf das Wachstum und die Widerstandskraft der Pflanzen aus. Das Entfernen und Vernichten befallener Pflanzenteile ist eine wichtige erste Maßnahme, wenn sich ein Befall zeigt. Wo größere Probleme mit Krankheiten und Schädlingen aufgetreten sind, sollte man auf das Kompostieren der Pflanzenreste verzichten.

Richtige Standortwahl: Dem Standort, ob sonnig oder schattig, geschützt oder exponiert, sowie dem Kalkgehalt des Bodens - also dem pH-Wert - ist Rechnung zu tragen. Kalk ist sowohl ein Pflanzen- als auch ein Bodendünger. Kalk versorgt die Pflanzen mit dem Nährstoff Calcium. Gleichzeitig verbessert er die Bodenstruktur, kittet die feinen Bodenteilchen zu Bodenkrümeln, so dass sie nicht so leicht verschlämmen. Dadurch wird der tonreiche Boden besser durchlüftet. Er erwärmt sich im Frühjahr schneller, die Bodenbakterien haben günstigere Arbeitsbedingungen. Chemisch gesehen wirkt Kalk im Boden der Versauerung und deren nachteiligen Folgen entgegen. Beim Kauf von Pflanzen und Samen sollte man sich nach deren Standortansprüchen erkundigen.

Geeignete Sortenwahl: Der Kleingärtner sollte sich jene Gemüse- und Obstsorten merken, die sich auf seiner Parzelle, d.h. unter seinen Boden- und Klimaverhältnissen sowie für den biologischen Anbau bewähren.

Bestimmte hochgezüchtete Sorten sind auf leichtlösliche Mineraldünger angewiesen und entwickeln sich bei Düngung mit Kompost schlechter. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Krankheitsanfälligkeit bei Pflanzen stark schwankt. Nicht bei allen Pflanzenarten und -sorten ist die natürliche Fähigkeit, Schaderreger abzuwehren, gleichermaßen entwickelt.

Gegen Krankheiten und tierische Schädlinge werden abweisende chemische Stoffe gebildet. Auch äußere, morphologische Merkmale dienen der Abwehr, dazu gehört beispielsweise die Behaarung der Blätter, dicke Zellwände oder die Wachsschicht auf Blättern. Bei der Züchtung neuer Sorten werden solche Eigenschaften zur Bildung von Resistenzen genutzt, z.B. gibt es mehltauresistente Gurken-, Salat- oder Rosensorten. Leider treten immer wieder Fälle auf, in denen Resistenzeigenschaften nicht mehr wirksam sind, weil sich neue Rassen von Schaderregern entwickelt haben.

Noch ein Hinweis mit großer Wirkung: Zur Ansiedlung von Nutzinsekten eignet sich u.a. ein selbst gebautes Insektenhotel. Auch hier muss nicht jeder Kleingärtner im Verein ein eigenes konstruieren. In Zusammenarbeit mit dem Vereinsvorstand, den Fachberatern und nicht zuletzt mit den Mitgliedern des Vereins ergeben sich hier gewaltige Möglichkeiten der Nutzinsektenförderung! Totholzhaufen in einer Ecke des Gartens, Blumenwiesen, die bereits erwähnte Insektenunterkunft sind nur einige Beispiele. Die Vereine sind flächenmäßig groß genug, um verschiedene Varianten zu nutzen.

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes