Mit Diesel oder Petroleum getränkte Putzlappen, Unkraut-Ex (ja das gibt es noch), Bi 58 und viele andere für die Schädlingsbekämpfung eingesetzte chemische Mittel kursieren in unseren Kleingärten. Mag sein, dass das eine oder andere auch seine Wirkung hat. Zumindest haben sie alle eine verheerende Wirkung auf die Umwelt, die Pflanzen und Nützlinge im Kleingarten. Auch unsere Gesundheit ist stark gefährdet. Möchte ich doch keine Tomate essen, welche vorher mit Bi 58 behandelt wurde, zumal diese Schädlingsbekämpfungsmittel im Kleingartenbereich ohnehin nicht zugelassen sind!

Liebe Gartenfreunde, es gibt reichlich biologische Maßnahmen für den Pflanzenschutz. Sicherlich ist es nicht vermeidbar, hin und wieder chemische Pflanzenschutzmittel (PSM) einzusetzen. Aber das sollten wir als Kleingärtner auf ein Minimum beschränken und der Lebensmittelindustrie überlassen. Wir produzieren in unseren Kleingärten unser eigenes Obst und Gemüse in Größenordnungen, die keiner chemischen Behandlung bedürfen.

An dieser Stelle möchte ich in den nächsten Monaten einige biologische Pflanzenschutzmethoden beschreiben und auf das gezieltes Ansiedeln von Nutzinsekten und anderen Nützlingen eingehen.

Sicherlich wird sich nicht jeder gleich eine Igelbehausung in seinen Garten stellen. Das ist auch nicht notwendig. Die Zusammenarbeit der Kleingärtner mit Fachberatern und untereinander (also ein Miteinander) ist schon die halbe Miete. Der Bau von Insektenhotels, das Anbringen von Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse, Igelhäuschen, das Anlegen von Natursteinhaufen, Todholzhaufen und vieles andere sind die andere Hälfte.

Und da gibt es noch die Möglichkeiten des Einsetzens von selbst angesetzten Spritzbrühen aus Kräutern wie Schachtelhalm, Brennnessel und andere Pflanzenstärkungsmittel. Letztere dienen auch noch der Bodenverbesserung.

Bei der Bekämpfung von Schädlingen mit chemischen Mitteln, bekämpfen wir zwangsläufig auch unsere Nützlinge. Das macht sich in der Insektenwelt besonders bemerkbar! Nehmen wir hier nur das Beispiel der Biene. Da Bienen in erheblichem Maße zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen und zu deren Erträgen beitragen, ist ihre ökologische Bedeutung beträchtlich Einer der sichersten Bestäuber unserer Kulturpflanzen ist rückläufig. Und alles nur, um ein paar Blattläusen oder Kohlweißlingen mit Hilfe der chemischen Keule das Leben schwer zu machen? Nein Danke! Gehen wir nicht mit unserer Umwelt um, als hätten wir noch eine zweite im Keller.

Die wichtigsten Nützlinge im Kleingarten: Im Haus- und Kleingarten brüten vorwiegend Kohl- und Blaumeise. Sie spielen bei der Insektenregulierung eine wesentliche Rolle. Die Kohlmeise ist mit ca. 14 cm die größte der in Europa allgemein verbreiteten Meisen. Sie ist ein Insektenfresser. Man schätzt, dass ein Meisenpaar mit Jungen bis zu 30 kg Raupen zur Fütterung einträgt. Außerhalb der Brutzeit frisst sie auch Sämereien, Obst und Beeren. Ihr Nest bereitet sie in Höhlen aller Art, besonders in künstlichen Nistkästen (Flugloch 30 mm Durchmesser). Deshalb lohnt sich die Anbringung von Nistkästen in unseren Parzellen.

Erik Behrens - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes