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Die Schulungsfahrt führte die Reisegruppe nach zwei Jahren wieder an den Bodensee.

32 Gartenfreundinnen und Gartenfreunde trafen sich am Morgen des 25. September am "Haus der Kleingärtner". Hauptschwerpunkte der Fahrt waren der Besuch der Blumeninsel Mainau mit der Farbenpracht der Dahlien (Foto links) unter der Leitung einer Fachexpertin sowie die Führung durch die Obstplantage auf dem Fuchshof in Konstanz-Dingelsdorf (Foto rechts unten). 

 

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Vier ereignisreiche Tage (bis 28. September) waren mit einem reichhaltigen Programm abgerundet und die Unterkunft mit Verköstigung bei Familie Rommel in Konstanz-Dettingen wiederum einsame Klasse. Die Reiseleitung lag in den bewährten Händen der Schatzmeisterin und Geschäftsstellenleiterin des SLK Martina Dilßner.

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Nach der Abfahrt begrüßte Martina Dilßner die erwartungsvollen Kleingärtner, verteilte das Informationsmaterial und gab einen Ausblick auf das Programm der nun folgenden Tage. Auf der Hinfahrt hatten sich einige der Gartenfreunde bereits für den obligatorischen Erfahrungsaustausch gewappnet.

23BSF Bus 0575Peter Kanis (Foto links), Vorsitzender des VdK "Am Kärrnerweg" das reichhaltige Vereinsleben mit seinen Höhen und Tiefen. Auch in seinem Verein ist es eine "Sysyphus-Arbeit", Nachwuchs für Vorstandsämter zu gewinnen. Oft bekommt er die "abenteuerlichsten" Ausreden zu hören. Er selbst ist seit 17 Jahren im Vorstand, davon fünf Jahre Vorsitzender, und war auch beruflich tätig. 

Der Vorsitzende des Siegervereins im Wettbewerb "Kleingartenanlage des Jahres 2012" (Kategorie: ab 200 Parzellen) verwies darauf, dass langfristig auf diesen Titel auch hingearbeitet worden ist. Nach seinen Vorstellungen sind seit fünf Jahren 60 Nadelbäume z.B. entfernt worden. Er plädiert für die Vorstellung "... macht Gärten pflegeleicht ..." , das nicht im Gegensatz zur kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit steht.

Peter Seyfarth (KGV "Ostende") ist Mitglied in der Schlichtergruppe des SLK. Er berichtete über die Tätigkeit der Arbeitsgruppe (AG), die einmal im Monat im "Haus der Kleingärtner" zusammenkommt. Oft sind es Probleme, die zuerst im Verein zu klären wären, jedoch gibt es partout keine Verständigung mit dem jeweiligen Vorstand. Die Mitglieder der AG sind im Jahr 10 bis 15 Mal selbst vor Ort, um sich ein eignenes Bild zu den Vorfällen machen zu können. Peter Seyfarth hat aus seiner langjährigen AG-Tätigkeit Bild- bzw. Filmmaterial gesammelt, das er in geeigneter Form zusammenstellen wird.

Frank Schuldig, Bauberater des SLK, gab einen umfassenden Bestandsbericht zu den Baulichkeiten in den Vereinen ab. Schwerpunkt ist das Problem der zu groß angelegten Lauben (> 24 m²), die damit einhergehenden Querelen und die daraus resultierenden rechtlichen Folgen.

Der Chef der Garten-Fachkommission (GFK) des SLK, Ralf Hesse, ging auf den Komplex der Obstgehölze ein. Vielfach sind die Bäume zu alt und sollten sinnvollerweise durch neue ersetzt werden, die man in einer Baumschule erwirbt und nicht im Super- bzw. Baumarkt. Er erwähnte, dass auch 2012 im November wieder das "Baumschnittseminar" durchgeführt wird. Anmeldungen sind beim SLK schriftlich einzureichen.

Rainer Proksch, Vorsitzender des "Vereins für naturgemäße Gesundheitspflege" (Nat´l), hatte als Thema "Tomaten allgemein und Sorten speziell" ausgewählt. Ausführlich beschrieb er Wirkstoffe, Resistenzen und Veredlungsformen. Bei den Sorten verwies der Fachmann auf "Agro" (Biotomate), die Gruppen der Fleisch-, Wild- und Baumtomaten.

23BSF Rommel 0779Nach dem Übersetzen des Busses per Fähre von Meersburg nach Konstanz über den Bodensee erreichten die 32 Gartenfreunde sicher das Ziel das "Landhotel Traube" in Dettingen. Unser Busfahrer Manfred hatte sich nun seine Ruhe redlich verdient.

Beim abendlichen Treff im "Landgasthof Kreuz" hatten sich die Gartenfreunde allerhand zu erzählen und gab es ein Wiedersehen mit der ganzen Familie Rommel, unserem Gastgeber in Hotel und Gasthof (Foto rechts).

 

23BSF KN 0600Am folgenden Tag verhiess das Programm zwei Anlaufpunkte. Der Vormittag war einem klassischen Rundgang durch die Altstadt mit dem Thema "Gegenwart der Vergangenheit" vorbehalten. Mit Stadtführerin und Stadtführer (Foto links) teilten sich die Kleingärtner in zwei Gruppen.

Konstanz ist bereits seit Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. von Kelten im Bereich der heutigen Niederburg besiedelt wordenen. Benannt wurde der Ort vermutlich nach dem römischen Kaiser Constantius I., der um das Jahr 300 Siege über die Alamannen errungen und die Grenzen des Imperium Romanum an Rhein und Donau noch einmal gesichert hatte. Heute hat die Stadt rund 85.000 Einwohner.

 

23BSF KN 0618Beim Rundgang durch die Altstadt fiel dem Betrachter besonders die Gestaltung der Fassaden der Patrizierhäuser und des Rathauses (Foto rechts) auf. Die bekannteste Kirche, die Ansichtskarten ziert, ist das Konstanzer Münster, die älteste aber die Stephanskirche aus dem 4. Jahrhundert. Jan Huss, der christliche Theologe, Prediger und Reformator (zeitweise Rektor der Karls-Universität Prag) starb am 6. Juli 1415 in Konstanz den Feuertod. Ferdinand Graf von Zeppelin ist der bedeutendste Sohn der Stadt. Er legte die Grundlagen für die Luftschifffahrt.

 

23BSF Fuchshof 0668Am Nachmittag wurde die Reisegesellschaft auf dem Fuchshof vom Hausherrn, Landwirtschaftsmeister Heinrich Fuchs, in Empfang genommen. Höchst interessant enwickelte sich die Begehung auf den Obstplantagen, die vom Sohn, Obstbaumeister Florian Fuchs, mit tiefgründigem Fachwissen durchgeführt wurde. Zwischen dem Junior-Chef und den Kleingärtnern kam es zu regelrechten Fachsimpeleien, z.B. beim Auslichten und Einkürzen der Obstgehölze. 

 

23BSF Fuchshof 0683Wissenswerte Fakten zum Fuchshof sind u.a., dass die seit acht Jahren verwendeten Hagelnetze teuer aber unumgänglich sind. In diesem Zeitraum gab es zehn Mal Hagelschläge auf den rund 4 1/2 ha Apfelanbauflächen. Ein durch Hageltreffer geschädigter Apfel ist prinzipiell unverkäuflich. Insgesamt wachsen auf den 23 ha Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Erdbeeren, Strauch-, Johannis-, Himbeer- und Stachelbeerfrüchte. Neben dem Obstanbau betreibt der Familienbetrieb in dritter Generation Mostherstellung, eine Brennerei, Herstellung von Backwaren und den Hofladen.

23BSF Fuchshof 0681Nach dem Rundgang "rückten" die Gartenfreunde in den Gesellschaftsraum zum "Dünneleessen" ein (Foto links). Der Chef des Hauses Heinrich Fuchs (Foto rechts oben) unterhielt sich mit den Gästen aus Sachsen und speziell mit einem Leipziger "Landsmann". Mit zahlreichen Anekdoten und Kalauern sorgte er für herzliches Lachen in ungezwungener Atmosphäre. Bei der Verabschiedung bedankte sich Martina Dilßner im Namen der Leipziger Kleingärtner für den fachlich anspruchsvollen und kulinarisch überraschenden Nachmittag in Konstanz-Dingelsdorf.

 

23BSF Mainau 0702Die Blumeninsel Mainau war das Ziel am Folgetag. Wiederum verwöhnte die Gartenfreunde ein blauer Himmel und Sonnenschein.

Am Treffpunkt "Blumi" empfiing Erika Wieberneit die wißbegierigen Sachsen. Einer kurzen geschichtlichen Einführung, die 2.000 Jahre Historie Revue passieren ließ, ging es dann auf die verschlungenen Wege unter dem Slogan "Pflanzenschätze der Mainau" (Foto rechts).

Entlang der "Metasequoia-Allee" mit altem Baumbestand, der Promenade für Wild- und Strauchrosen, der Italienischen Blumen-Wassertreppe hin zum Dahlien-Hügel. Eleganz, Farbenvielfalt und Formen auf engstem Raum. 

 

23BSF Mainau 0769Nach einer Stärkung in der Schwedenschanze ging es danach in die Mainauer "Schnapsbrennerei" zur Verkostung des breitgefächerten Angebotes. Auch konnte man dies und das, vielleicht als Geschenk, käuflich erwerben.

Jeder hatte anschließend bis zur Abfahrt des Busses noch ausreichend Zeit die Blumeninsel auf eigene Faust zu erkunden oder sich ein gemütliches Plätzchen zum Genießen der Farbenpracht zu suchen.

 

23BSF Rommel 0784Am vierten Tag hieß es (leider) wieder Kofferpacken und verabschieden von unseren rührigen Gastgebern, der Familie Rommel. In das Gästebuch des Hauses hatte sich die Reisegesellschaft, auch dies ist zur Tradition geworden, mit einer dankenden Widmung eingetragen (Peter Kanis).

Auf der Rückreise gab es auf dem Obsthof Arnegger in Oberteuringen, kurz hinter Meersburg am Bodensee, noch einen kurzen Stopp, bei dem sich, wer wollte, jeder noch eindecken konnte mit Obst und sonstigen "Mitbringseln". Gegen 18.45 Uhr trafen die 32 Kleingärtner wieder am Ausgangspunkt der 23. Schulungsfahrt wohlbehalten ein.

Lothar Kurth