1920 SommernachtsballEs ist erfreulich, dass in unserem „Leipziger Gartenfreund“ regelmäßig über das Vereinsleben berichtet oder informiert wird. Oftmals ist den Autoren gar nicht bewusst, dass sie damit die Vielfalt der Traditionspflege in unserem Verband lebendig machen. Denn nichts anderes als das Besinnen auf Ereignisse und Bräuche, das Entstehen und die Entwicklung des Vereins, das Zusammenleben in und für die Gemeinschaft sind die Traditionen, die es zu pflegen und bewusst zu machen gilt.

Es ist deshalb normal, dass Berichte über Garten- und Kinderfeste den Schwerpunkt bilden, sind sie doch auf das Engste mit der Geschichte des Kleingartenwesens verbunden. Und diese Tradition nimmt in fast allen Vereinen einen zentralen Platz ein. So wird zumeist im Sommer oder anlässlich eines Jubiläums gefeiert. In einigen Vereinen ist es auch heute noch eine gute Tradition, Kinderweihnachtsfeiern oder Zusammenkünfte mit Senioren auszurichten.

Fotos Dokumente: VdK "Gartenfreunde Südost"
 
1921 StiftungsfestBesonders beeindruckend ist es, wenn eine neue Fahne geweiht wird, weil die alte zerschlissene oft mit hohen Kosten verbunden durch eine neue ersetzt werden musste oder sich der Verein erstmals eine Fahne angeschafft hat. Ähnliches gilt, wenn ein alter, meist durch die Jahre und die Witterung zerstörter Brunnen wieder aufgebaut und dem Verein übergeben werden kann. Diese Berichte sind besonders wertvoll, weil sie direkt an Traditionen der Kleingärtnerbewegung anknüpfen. Das trifft besonders auch auf neu gestaltete oder geschaffene Kinderspielplätze zu. Leider sind dies nur Einzelfälle.
 
Einige Vereine würdigen Personen, die mit dem Verein eng verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Dr. Karl Goerdeler und Adolf Bleichert.
 
Wenn alte und verdienstvolle Mitglieder vorgestellt und damit gewürdigt werden, ist das nicht nur Anerkennung der Betreffenden, sondern zugleich beispielgebend für andere Vorstände, unser Mitteilungsblatt stärker dafür zu nutzen. In den letzten Jahren gibt es verstärkt Informationen über die Einweihung von Seniorengärten oder Gärten der Begegnung als einer Form des Gemeinschaftslebens oder auch als Ausdruck dafür, dass schwer zu verpachtende Gärten einer anderen Nutzung zugeführt werden. So entwickeln sich neue Formen der Traditionspflege. Natürlich haben auch Informationen zum Hochwasser und den Schäden in den Anlagen sowie Folgen von Sturm und Unwetter ihren Platz, vor allem wenn darüber berichtet wird, wie der Verein damit fertig wird.
 
1926 Urkunde RosenschauDas Vereinsleben ist vielfältig, sei es, dass ein neues Vereinsheim mit Unterstützung der Mitglieder übergeben werden kann, eine Gaststätte nach erfolgter Renovierung wieder auf Gäste wartet oder über die Aktivitäten des Chores berichtet wird, all das kündet von einem lebendigen Vereinsleben. Dazu gehören leider auch die unliebsamen Ereignisse wie Vandalismus und das zunehmende Einbruchsgeschehen.
 
Von allgemeinem Interesse sind sicher die Berichte von Vorstandswahlen, vermitteln sie doch Erfahrungen für andere. Das trifft auch auf die Arbeitsgruppen und ihre Aktivitäten zu. Solche Beiträge müsste es mehr geben. Interessant sind auch die Berichte der Bezirksgruppen, geben sie doch den Gartenfreunden einen Einblick in deren Tätigkeit.
 
Im „Leipziger Gartenfreund“ widerspiegelt sich das Mitgliederleben und die Tätigkeit der verschiedenen Gremien. Leider nutzen von den 208 Vereinen nur etwa zehn diese Möglichkeit regelmäßig. Hier wird eine Chance zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch vergeben. Andere Verbände beneiden uns darum! Mehr als 130 Vereine verfügen über eine Chronik oder Festschrift, die in der Regel zu Vereinshöhepunkten feierlich übergeben wurde. Darüber wird kaum berichtet. Es gäbe also genügend Stoff, den Verein und seine Aktivitäten vorzustellen, Erfahrungen zu vermitteln oder zum Gedankenaustausch anzuregen. Dazu gehört kein Mut, nur Papier und Stift oder ein Fax, die Redaktionsmitarbeiter helfen gern.
 
Eleonore Hennig - AG Traditionspflege