20160811 0013 ChronistentreffenWie der Kleingärtnerverein (KGV) zu seinem Namen kam, war das Thema einer Beratung, zu der die Arbeitsgruppe (AG) Traditionspflege des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) für den 11. August 2016 in den KGV „Dr. Schreber“ eingeladen hatte. Eleonore Hennig, Leiterin der AG, sowie SLK-Vorsitzender Robby Müller konnten 22 interessierte Teilnehmer begrüßen. Nach ca. zwei Stunden angeregter Diskussion stand für sie fest, dass die Erforschung der Namen ihres Vereins ein äußerst spannendes Thema sein kann, dessen Behandlung sich lohnt.

SLK-Foto: Eleonore Hennig (stehend) heißt die Teilnehmer willkommen

20160811 0010 ChronistentreffenArbeitsgruppenleiterin Eleonore Hennig hatte in Auswertung einer Analyse einige Denkanstöße für eventuelle Nachforschungen gegeben. Dabei wurde u.a. deutlich, dass es viele Möglichkeiten und Gründe für die Namen der KGV geben kann. Oft sind jedoch in den Vereinen diesbezügliche Unterlagen nicht mehr oder nur teilweise vorhanden.

Erfahrene Chronisten, wie z.B. die Gartenfreunde Brose, Krüger und Heydel verwiesen auf Nachforschungen im Stadtarchiv Leipzig und dem Sächsischen Staatsarchiv. Das ist zwar oft sehr aufwendig, lohnt sich dennoch immer. Mit einem schriftlichen Nachweis, dass die Nachforschung im Auftrag eines gemeinnützigen Vereins erfolgt, können auch die Benutzerkosten gespart werden. Eine Anmeldung ist empfehlenswert und kann beim Suchen sehr hilfreich sein.

SLK-Foto: Aufmerksam lauschen die Anwesenden bei den "Reisen in die Vergangenheit" 

20140923 Hoffnung West 11Robby Müller betonte, dass die Traditionspflege in den KGV eine wichtige Aufgabe ist, die von den Vorständen wirksamer gefördert werden muss.

Gerade die jungen Leute, die sich wieder mehr für das Kleingartenwesen interessieren, sollten schon erfahren, wie ihr Verein sich entwickelt hat und was in dieser Zeit von den Kleingärtnern geschaffen wurde.

SLK-Foto: Der Schuppen für die Seidenraupenzucht in der KGA "Hoffnung West 1926"

Das Betätigungsfeld der Chronisten bezieht sich aber nicht nur auf die Namen der KGV. Gartenfreundin Deborah Jeromin berichtete z.B., dass sie in der Chronik des KGV „Hoffnung West 1926“ zufällig darauf gestoßen ist, dass in dem Verein im Dritten Reich Seidenraupenzucht betrieben wurde.

Sie nahm sich dieser Problematik an und hat interessante Sachen, bis hin zur Verwendung der Seide im Zweiten Weltkrieg, erforscht. Damit wird auch deutlich, warum in einigen Kleingartenanlagen noch Reste von Maulbeerhecken stehen. Im Vereinshaus des KGV „Hoffnung West 1926“ gab es dazu eine Ausstellung.

Am Thema „Wie der KGV zu seinem Namen kam“ sind wir natürlich stark interessiert und wollen die bereits begonnene Serie dazu im „Leipziger Gartenfreund“ fortsetzen. Deswegen bitten wir um Zusendung diesbezüglicher Forschungsergebnisse an die Redaktion.