20150606 DD-Chronisten 0115Tradition bewahren, sie erweitern und Neues hinzufügen, ist sowohl Motto als auch übergreifende Aufgabenstellung für die Arbeit der Chronisten im Kleingartenwesen. Das wurde in dem Erfahrungsaustausch der Dresdner und Leipziger Chronisten deutlich, der am 6. Juni 2015 im Vereinsgebäude des KGV „Erholungsheim" in Dresden stattfand.

Die Leipziger Delegation bestand aus Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Traditionspflege" des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner mit Verbandschef Robby Müller an der Spitze und war einer Einladung aus Dresden zur Teilnahme am 5. Tag der Chronisten des Stadtverbandes Dresden gefolgt.

SLK-Foto: Die Chronisten aus den beiden sächsischen Großstädten

20150606 DD Chronisten 3062Die Fahrt, bei hochsommerlichen Temperaturen, hatte sich gelohnt. Es war sehr interessant und eine Weiterführung der Diskussionen, die bei einem Besuch der Dresdner Chronisten im Juni vorigen Jahres in Leipzig geführt wurden.

Die Verbandschefs, Frank Hoffmann (Dresden) und Robby Müller (Leipzig), verwiesen in ihren Ausführungen auf den sozialen Charakter und das gesellschaftliche Anliegen des Kleingartenwesens. Beide betonten u.a., dass kleingärtnerische Nutzung die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt des Kleingartenwesens sei. Vereinsarbeit als ein soziales Anliegen sollte noch wirksamer durch die Pflege der Tradition bewusst gemacht werden.

Foto Verein: Die Teilnehmer des Chronistentreffens

20150606 DD Chronisten 3041Besonders interessant waren die Erfahrungen mit dem Dresdener Kleingartenpark „Hansastraße". Er besteht aus 16 Vereinen mit insgesamt 1600 Parzellen und ist der einzige Kleingartenpark in Dresden. Die Entwicklungskonzeption ist auf 30 Jahre ausgelegt und wird kontinuierlich umgesetzt. Da gibt es auch gute Arbeitsbedingungen für die Chronisten. Denn eine bekannte Weisheit besagt, „Wer die Zukunft erfolgreich gestalten will, muss seine Wurzeln kennen." Erschwerend sei allerdings, dass es in Dresden seit dem vorigen Jahr keinen Kleingartenbeirat mehr gibt, meinte Frank Hoffmann.

Foto Verein: Eberhard Brose (stehend) aus dem Leipziger KGV "Gartenfreunde Süd" berichtet über seine jahrzehntenlangen Erfahrungen

Mit Stolz verwies der Verbandschef auf eine vielseitige Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel den Dresdner Bürgern das Kleingartenwesen noch besser bekannt zu machen. Lobend äußerte er sich zur Traditionsarbeit der Leipziger Chronisten, besonders zu den Ausstelllungen historischer Dokumente, Urkunden und Fotos in vielen Vereinen. Das wäre in einigen Dresdner Vereinen sicher auch möglich, meinte er dazu.

In den Diskussionsbeiträgen ging es besonders um unterschiedliche Erfahrungen und Probleme bei der Arbeit der Chronisten. Dabei wurde u.a. wiederum deutlich, dass sich die Hobby-Historiker oft „alleingelassen" fühlen und die Vorstände sich zu wenig damit beschäftigen. Christine Forkert, KGV „Rudolphia", schlug vor, die Herkunft der Vereinsnamen zu erforschen und damit einen wichtigen Beitrag zur Traditionspflege zu leisten. Da konnte Werner Pfützner, VdKG „Am Kärrnerweg", schon etwas dazu sagen und auf die Namensgebung seines Vereins verweisen.

20150606 DD Chronisten 3056Robby Müller und Eleonore Hennig bedankten sich für die Einladung und lobten die gute Zusammenarbeit. Sie wird sicher zu einer guten Tradition im Kleingartenwesen unserer beiden Städte werden. Eine Uhr mit Leipziger Motiven, die wir übergeben haben, wird die Dresdner Gartenfreunde daran erinnern.

Eleonore Hennig - Leiterin der AG „Traditionspflege"

Foto Verein: Eleonore Hennig überreicht Dr. Dieter Vassmers, Leiter AG "Geschichte" vom Stadtverband "Dresdner Gartenfreunde" eine Wanduhr als Gastgeschenk