20140826 AG-TP 0003Es ist biologisch bedingt, dass die Alten sterben und die Jungen das weiterführen müssen, was bisher geschaffen wurde. Für das Kleingartenwesen heißt das vor allem, dafür zu sorgen, dass der Kleingärtnerverein (KGV) weiter besteht und mindestens so gut funktioniert wie bisher. Das können die jungen Mitglieder aber nur dann, wenn sie wissen, was ihre Vorgänger geschaffen und geleistet haben.

SLK-Foto: 25 Chronisten trafen sich im Haus der Kleingärtner zum Erfahrungsaustausch

 

„Wer seine Geschichte kennt, kann die Gegenwart und Zukunft besser meistern", so fasste das Eleonore Hennig, Leiterin der Arbeitsgruppe Traditionspflege des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner, zu Beginn eines Erfahrungsaustausches zusammen, der am 26. August 2014 mit 25 Chronisten stattfand.

Erfahrene Chronisten, wie z.B. Winfried Heydel, „Johannistal 1832", Eberhard Brose, „Gartenfreunde Süd", Dieter Krüger, „Leipzig-Eutritzsch, An der Thaerstraße", u.a. bestätigten das. Sie verfügen über aussagefähige Chroniken und gut gestaltete Traditionskabinette, die sie natürlich zur Besichtigung angeboten haben. Aber auch andere Vereine, die nicht immer über so gute Bedingungen zur Darstellung ihrer Geschichte verfügen, berichteten über ihre Arbeit mit Chroniken.

Unter dem Strich wurde deutlich, dass die Darstellung der Geschichte des KGV die Darstellung der Geschichte seiner Mitglieder ist. Deswegen ist es besonders wichtig, die älteren Gartenfreunde und langjährigen Vereinsmitglieder in die Arbeit mit den Chroniken einzubeziehen. Denn mit jedem älteren Mitglied verlässte ein Stück wertvollen Wissens zur Geschichte den Verein.

Eine Chronik ist das „Familienstammbuch" des Vereins. Es soll die Geschichte erhalten und das Leben darstellen, ist eine bewährte Erkenntnis, mit der z.B. die Gartenfreunde im „Johannistal 1832" gute Erfahrungen haben. Dabei ist es wichtig, dass sich die Mitglieder in der Chronik wiederfinden. So ein „Familienstammbuch" sollte zur Grundausrüstung neu aufgenommener Vereinsmitglieder gehören. Es macht ihnen deutlich, was bisher an Leistungen erbracht worden ist und das es nicht selbstverständlich ist, wenn es im Verein gut funktioniert.

Leider sind in vielen Vereinen die Chronisten ausgesprochene Einzelkämpfer und in nicht wenigen KGV gibt es niemanden, der sich mit der Geschichte beschäftigt. Dabei hat jeder Verein irgendwann ein Gründungsjubiläum. In diesem Zusammenhang gefertigte Festschriften sind z.B. ein guter Anfang für die Arbeit mit Chroniken.

Das funktioniert jedoch nur, wenn die damit befassten Vereinsmitglieder spüren, dass ihre Arbeit geachtet und anerkannt wird! Deswegen sollte Traditionspflege auch in der Vorstandsarbeit Beachtung finden, sich im Finanzplan widerspiegeln und die Chronisten entsprechend unterstützt werden. In dem "Handbuch für den Chronisten im Sächsischen Klengärtnerverein", das alle Vereine bekommen haben, sind diesbezüglich jede Menge Hinweise und Tipps enthalten.