Tomatenanbau, Folge 2
Die Tomate ist wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit und attraktiven Farbe sehr beliebt. Im pro-Kopf-Verzehr liegt sie mit 19,5 kg (davon über 7 kg frische Tomaten) an der Spitze aller Gemüse.
Die Sorte "Maranello".
Foto: R. Proksch
Sie gilt als ausgesprochene Gesundheitsnahrung, da sie reich an Vitaminen (C, E und Karotin) ist und viel Kalium enthält. Nach neueren Forschungen sollen die in den Tomaten enthaltenen Fruchtsäuren (p-Cumarin- und Chlorogensäure) und Farbstoffe wie Lykopin und Karotin zusammen mit Vitamin C Nitrat abfangen und so die krebsauslösende Wirkung der Nitrosamine im menschlichen Organismus blockieren.
Langjährige Beobachtungen haben nachgewiesen, dass bei hohem Tomatenkonsum die Wahrscheinlichkeit von Prostata- u.a. Krebsarten sinkt. Zudem vermindert Lykopin das Risiko, im Alter zu erblinden. Die Gefahr von Herzinfarkten und Herz-Kreislauferkrankungen reduziert sich bei hohem Tomatenkonsum um die Hälfte. Das in den Tomaten enthaltene Lykopin wird für den Körper am besten in gut erhitzter Form und mit etwas Öl versetzt verfügbar, da es sich dann aus den Fruchtzellen löst. Daher sind Tomatensaft (täglich 500 ml erhitzten Tomatensaft trinken) Tomatensoße sowie Ketchup sehr wertvoll. Außerdem enthalten vollreife Tomaten Tyramin, ein Umwandlungsprodukt der Aminosäure Tyrosin; dieser "Stoff" wirkt stimmungsaufhellend. Tomaten enthalten zudem das "Glückshormon" Serotonin.
Dank ihrer Inhaltsstoffe hat die Tomate bei regelmäßigem Verzehr noch weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit (s. Kasten unten).
Tomaten gehören trotz ihrer Anfälligkeit für Krankheiten zu den meistangebauten Gemüsearten im Kleingarten. Den modernen, weitgehend resistenten Sorten sagt man schlechten Geschmack nach. Das kann daran liegen, dass man früher nur während der Hauptsaison Tomaten gegessen hat, die voll ausgereift waren und deshalb gut schmeckten. Bei Geschmackstests schnitten alte Liebhabersorten deutlich schlechter als moderne Sorten ab. Heute werden Tomaten ganzjährig verlangt und sollen auch im Winter schmecken. Das aber ist biologisch kaum möglich.
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